Fünf Fragen an… Gerome Aloisio

Hallo Gerome,

vielen Dank, dass du dich bereiterklärt hast unsere „Fünf Fragen“ zu beantworten.

1 Stell dich doch bitte kurz unseren Lesern vor. Wer bist du?
gerome1
Ja gerne! Ich heisse Gerome, bin 26 Jahre jung und lebe in Luxemburg. Eigentlich wäre das alles was ich antworten würde wenn jemand mich fragt mich kurz vorzustellen. Aber da gibt es ja noch mehr, was natürlich an dieser Stelle wesentlich interessanter sein dürfte als alles Andere. Dass ich ganz gerne und relativ viel draussen unterwegs bin ist wahrscheinlich hier nichts besonderes und ich würde nicht behaupten, dass ich in der Hinsicht eine besonders interessante Person wäre. Da gibt es andere die wesentlich mehr gemacht und auch auf dem Kasten haben.

Vor ein paar Monaten habe ich auch noch neben meinem Studium einen kleinen Onlineshop mit Outdoor- und taktischer Ausrüstung gegründet, welcher seit Monaten und auch noch in naher Zukunft förmlich meine Freizeit vernichtet.

2 Wie bist du zum Thema Bushcraft und auf die Idee zu deinem Shop Adventurestore.lu gekommen?

Wie bei so manchen von uns begann die Liebe zur Natur bei mir schon im jüngsten Alter. Ich gehöre zum Dank noch zu der Generation die als Kinder mehr draussen spielten als sie vor allen möglichen, wenn auch damals noch eher wenigen, Elektrogeräten abhingen. Ich habe einen 4 Jahre älteren Bruder mit welchem ich, mit unserem damaligen besten Freund und anderen Kindern, tatsächlich täglich nach der Schule im Wald gespielt habe welcher direkt hinter unserem Haus war. Ebenso waren wir viel mit unserem Grossvater draussen unterwegs.

Dazu gehörten dann Sachen wie Buden und Baumhäuser bauen, „Krieg spielen“, Pfeil und Bogen bauen, Feuer machen und Würstchen grillen, mit Gummistiefeln dem Bachlauf folgen, und den stecken gebliebenen Freund aus dem Sumpf ziehen.Taschenmesser waren übrigens von Anfang an mit dabei. Mit circa 5-6 Jahren erhielt ich mein erstes eigenes Messer, ein Wenger welches ich immer noch habe.

Irgendwann als ich dann älter wurde, so im Alter von 14-15 Jahren war es mir peinlich „im Wald zu spielen“. Ich nutzte dann nur noch jede andere Gelegenheit rauszukommen. Sei es mit dem Hund, oder das Babysitting meines jüngeren Cousin dazu zu nutzen Hütten im Wald zu bauen und Pilze zu sammeln, auch wenn ich begeisterter war als der Cousin der lieber Play Station gezockt hätte. Einige Jahre beschränkte es sich dann auf Wanderungen im Wald, mal nen Stöckchen schnitzen, Pilze sammeln usw, und natürlich wildes Zelten mit Freunden, aber das war es dann auch.

Den Weg zurück zur Natur fand ich schliesslich wieder intensiver nachdem ich vor einigen Jahren eine Folge von Bear Grylls sah. Ich muss gestehen es ist mir ein Bisschen peinlich im Nachhinein aber es ist halt so. Erst dann habe ich den Begriff „Bushcraft“ entdeckt und kam dazu dass es auch andere „Ausreden“ gab draussen zu sein als nur Zelten, Wandern, usw.

Ich begann mir Videos auf Youtube anzusehen und sah relativ schnell dass das was „Bushcraft“ genannt wird mehr oder weniger das ist was ich in meiner ganzen Jugend getan habe. Ich begann wieder mehr rauszugehen, fast täglich wenn es mir möglich war, auszuprobieren, zu testen, zu lesen, andere Leute zu treffen, usw.adventurestore

Die Idee zu meinem Shop hatte ich schon vor etlichen Monaten, ich habe aber bis vor einigen Monaten noch zu sehr gezögert das Risiko und die Verantwortung auf mich zu nehmen. Wenn ich nun hier schreibe wie ich zu der Idee kam klingt das womöglich ein bisschen überheblich und besserwisserisch, aber es ist einfach nun mal so. Ich wollte ganz einfach all das besser machen was mich seit Jahren an anderen Läden und Onlineshops gestört hat.

Da wären vor Allem eine grössere Auswahl, ein besserer Service, faire Preise (wenn man auch nicht immer mit den Riesen mithalten kann), und eine gute und ehrliche Beratung. Dazu gehört auch mal einen Kunden woanders hin zu schicken wenn man von einem spezifischen Gebiet keine Ahnung hat oder von etwas teurerem abzuraten weil etwas günstigeres geeigneter ist.

Schade finde ich auch, wenn Outdoorläden zu 95% nur aus Mode bestehen und kaum Hardware und Gear führen. Sehr schön fand ich auch die Idee, alles aus einer Hand zu bekommen. Wenn man für 5 Ausrüstungsteile in 3 verschiedenen Shops bestellen muss ist das nicht nur wegen dem Versand unnötig teurer sondern auch unnötig belastend für die Umwelt, welche einem jeden Bushcrafter wichtig sein sollte. Darüber hinaus kommt es somit kaum zu einem Kunde-Verkäufer Bezug welcher auf Dauer sehr angenehm sein kann, und auch den Service und die Beratung verbessern kann.

Sehr wichtig war mir auch konsequent keinen Schrott zu verkaufen. Dazu gehört dann dass ich viele Produkte erstmal in mein Sortiment aufnahm die ich schon Jahre lang selbst nutze, oder zumindest mal getestet habe, sei es bei mir selbst oder bei anderen. Etliche Produkte habe ich bestellt, getestet, und für zu schlecht empfunden um sie in mein Sortiment aufzunehmen. Einfach alles verkaufen was Gewinn bringt finde ich weniger sinnvoll und vor allem nicht ehrlich, dafür braucht die Welt wirklich keinen weiteren Onlineshop und das klappt auf Dauer auch nur bei grossen Shops hinter denen schwere Investoren stecken.

Bei einem kleinen einfachen Mann wie mir könnte sowas nicht klappen und auch wenn würde ich es dennoch nicht tun. Genauso wie Naturschutz sollte schliesslich auch Nachhaltigkeit in unserem Hobby noch etwas mehr ein Begriff sein, uns es kann nicht nachhaltig sein schlechte Ausrüstung zu Dumpingpreisen zu verkaufen die schon dem Versagen geweiht ist. Vom ethischen und vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt sehen wir an dieser Stelle lieber ab, das wäre wohl eher ein Gespräch fürs Lagerfeuer, aber vielleicht wird das ja noch einmal was.

Da ich bis dato keinen Shop kannte der all diese Erwartungen erfüllen konnte kam ich auf die Idee selbst einen kleinen Shop auf die Beine zu stellen. Diese Erwartungen und Regeln habe ich mir natürlich selbst gesetzt und achte peinlichst genau darauf diese zu erfüllen, und ich hoffe dass es mir auch auf lange Dauer gelingen wird. Hinzu kam dass ich Spass an Ausrüstung habe, und daran diese zu testen, und dass es mir Spass macht Leuten Empfehlungen zu geben, die perfekte Ausrüstung für ihre Vorhaben oder ihren Geschmack zusammen zu suchen, und im besten Fall später zu sehen, dass alles so funktioniert wie ich es empfohlen hatte.

Es klingt wohl etwas gekünstelt aber zufriedene Kunden machen mir Spass und sind auf eine gewisse Weise eine Belohnung und eine Motivation für mich, und ich kann nur hoffen dass das auch auf Dauer so bleibt.

3 Was machst du in der Natur am liebsten?

Das ist eine sehr interessante Frage die sehr schwer zu beantworten ist. Aber das ist auch das Schöne an der Natur, sie ist vielseitiger als so manch anderes in der „Zivilisation“ wenn man sie denn so nennen mag.

Wenn man „Party machen“ möchte, kann man das beim Zelten mit Freunden und Bekannten und entsprechender Logistik beim befreundeten Bauern auf dem Feld oder auf einem extra Campingplatz machen. Sucht man die sportliche Herausforderung kann man schöne Trekkingtouren unternehmen und ordentlich Strecke machen, Kanutouren mit einbauen, Gipfel ersteigen, und vieles mehr.
Möchte man so richtig entspannen kann man alleine oder mit anderen losziehen, draussen schön was kochen, mitten im Wald übernachten, in der Dämmerung Wildtiere beobachten, Neues ausprobieren, usw.

Eigentlich stehe ich einen Grossteil der Zeit im Klinsch zwischen diesen verschiedenen Sachen die ich allesamt gerne mache. Ich muss allerdings ehrlich zugeben, dass ich mir sehr oft Grosses vornehme wie Übernachtungen, Touren, endlich das Feuerbohren vertiefen und vieles mehr und im Endeffekt dann doch banalere Sachen mache wie einfache Tagestouren, einfach an einen schönen Ort hinsetzen oder in die Hängematte legen und entspannen, usw.

Seit ich meinen Onlinshop habe geht der Trend leider immer mehr in die Richtung weniger zeitintensiver Sachen draussen, da ist das Testen potentieller Artikel für das Sortiment meist das absolute Highlight. Das wird sich aber sicherlich auch bald wieder einpendeln so dass wieder längere Touren, Übernachtungen und Neues testen drin sind.

4 Welches ist dein aktuelles Lieblingsmesser und warum?

vic2Ganz klar mein Victorinox Camper. Seit rund 15 Monaten habe ich es jeden Tag und auch den ganzen Tag in der Hosentasche stecken, und es begleitet mich neben einem feststehenden Messer auch draussen. Das Messer hat alles was man brauch, ausser vielleicht einer Schere, und ist sehr klein und leicht. Für draussen hat es die sehr bissige Säge wie man sie von Vic kennt, und für den Alltag hat es nützliche kleine Helferlein wie Schraubendreher, Flaschenöffner, Zahnstocher usw. Das hat mir manchmal bei meinen Foldern die ich früher täglich nutzte gefehlt, wobei ich nie wirklich den Bedarf nach einer Einhandöffnung, einer grossen Klinge und einer Klingenverrieglung im Alltag verspürte.

Seitdem ich fast täglich Kartons öffne kommt das Messer übrigens mehr zum Zug als je zuvor und ist dafür natürlich auch mehr als ausreichend.
Meiner Euphorie über das treue Messer habe ich übrigens heute Morgen kurz freien Lauf gelassen als ich es am „Gipfel“ des Ätna auf Sizilien fotografiert habe, wohin es mich natürlich auch wieder begleitet hat. Ich werde dir das Foto zukommen lassen wenn du möchtest.

5 Was hast du täglich am Mann? Also was ist dein wirkliches EDC?vic1

Armbanduhr, Handy, Brieftasche und Kredit-und Visitenkartenhalter, natürlich mein o.g. Taschenmesser oder ein anderes und mein Schlüsselbund mit Haus- und Autoschlüsseln, kleinem Kugelschreiber von TrueUtility, LED Lenser K1 Lampe und Victorinox Classic Messer.

Oft ist auch meine Nitecore MT1A Taschenlampe am Mann, aber zugegeben denke ich nicht immer dran. Ebenso oft nehme ich auch meinen Maxpedition Micro Organizer mit in dem ich einiges untergebracht habe. Diesen nehme ich immer mit wenn ich einen Rucksack oder eine Laptoptasche dabei habe, aber wenn ich ohne unterwegs bin ist der mir meist für den normalen Alltag zu lästig. Ich bin im Alltag nicht mit Outdoor- oder taktischer Kleidung unterwegs so dass der Organizer dann leider doch etwas zu gross ist. Ich nenne den Organizer mit der Lampe drin zwar „mein EDC“ aber streng genommen ist er das ja nicht, wenn er nicht wirklich jeden Tag dabei ist.
Im Auto habe ich noch einen kleinen Rucksack mit der nötigsten Ausrüstung, welcher aber auch nicht zum EDC gehört da er ja nicht am Mann ist sondern halt nur im Auto.

Was möchtest du den Leuten da draußen noch sagen?
Da gäbe es vieles, aber ich denke wer bis hierhin gelesen hat sollte verschont werden und den Rest seiner Freizeit lieber draussen verbringen.

Vielen Dank für das ausführliche Interview, Gerome!

Und wer es jetzt nicht mehr erwarten kann, klickt hier>> und kommt direkt zum Adventurestore.lu

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